Dutch

Der kleine Dutch lebt seit Oktober in einer unseren Pflegestellen.

Dutch hatte eigentlich ein schönes Leben, als Einzelhund bei einem älteren Ehepaar. Dort wurde Dutch, so vermuten wir als Prinz gehalten. Denn Erziehung in jeglicher Art, fehlt ihm völlig. Dann traf ihn aber leider das Schicksal, denn seine Menschen verstarben kurz hintereinander. Diese hatten sich zu Lebzeiten von ihren Kindern zusichern lassen, dass Dutch niemals ins Tierheim muss, sondern bei dem Sohn ein neues Zuhause finden wird.

Wir vermuten, dass Dutch so 12 Jahre alt war, als er dann in diese Familie kam. Die Familie hatte 4 Kindern, denen man leider nicht beibrachte, dass Dutch kein Spielzeug ist, sondern ein Lebewesen.

Aufgrund seiner Größe, konnte man ihn natürlich auch immer hochnehmen und mit ihm machen, was Kind wollte. Das gefiel Dutch gar nicht, der natürlich auch nicht in dem Maße an Kinder gewöhnt war und die Eltern der Menschenkinder leider nicht in Lage waren, den Kindern beizubringen, was ein respektvoller Umgang mit einem Lebewesen bedeutet. Aus seiner Not heraus, fing Dutch an zu beißen und er verkroch sich fast
23 Stunden unter Schränken oder Betten, wo die Kinder nicht drankamen.

Durch einen glücklichen Zufall, erfuhr eine Gassi- und Pflegestelle, von dem armen Kerl, die sich mit den Eltern zusammensetze und versuchte zu vermitteln, dass es so nicht weitergehen könnte.

Was beschlossen die Eltern?, die Kinder wollten unbedingt einen Hund zum Spielen, also schaffte man sich einen Labradorwelpen an. Das war dann für Dutch das Ende.
Er kam natürlich auch nicht mit dem stürmischen, spielerischem Welpen klar, also beschloss er sich nur noch zu verkriechen, nahm kaum mehr Nahrung auf, vermutlich aus Angst, dass man ihn stören könnte.

Die Gassi und Pflegestelle, hatte ein Erbarmen und nahm den kleinen Dutch, der ins Tierheim abgeschoben werden sollte, bei sich auf, um in Ruhe nach einem Platz für ihn zu schauen. Behalten konnte sie ihn leider nicht, da sie schon selber 3 Hunde hatte und jede Menge Gassi und Urlaubshunde.
So kam er in unsere Pflegestelle.

Dutch ist ein 14jähriger, kleiner, sehr selbstbewusster Chihuahua, der wie es der Rasse entspricht zu Größenwahnsinn neigt. Er macht auch nicht vor einem irischen Wolfshund oder einem Hovawart Halt.

Nein, alle werden von ihm in ihre Schranken gewiesen. Da sieht man deutlich, dass er keinerlei Erziehung genossen hat.
Macht man ihn an eine Flexileine, dann läuft er wie eine Eins. Was vermutet lässt, dass er genau das von früher gewohnt ist.
Freies Spazieren im Wald hingegen, kannte er gar nicht. Läuft er frei, geht er seines Weges. Aber hieran wurde natürlich schon fleißig gearbeitet und auch ein 14jähriger Opa kann noch lernen. Auch das vorhandene Rudel in der Pflegestelle, hat er am Anfang ganz schön auf den Kopf gestellt, was es nicht immer einfach gemacht hat. Katzen kannte er wohl gar nicht, auf der Pflegestelle wohnen gleich zwei, und diese werden von ihm auch sehr gerne gejagt.

Auch hier muss er lernen, dass es einfach nicht erlaubt ist, aber inzwischen klappt es schon ganz gut!

Sein größtes Manko ist, dass er Angst vor Händen hat, was ja auch nicht verwunderlich ist. Von fremden Menschen lässt er sich gar nicht anfassen, da wird sofort geknurrt und auch geschnappt. In seiner Pflegestelle genießt er aber inzwischen das Schmusen und Kuscheln in vollen Zügen. Er ist ein ganz lieber unkomplizierter Kerl, der seine Menschen am liebsten überallhin begleiten möchte. Nachts schläft er bei dem erwachsen Sohn der Pflegestelle im Bett.
Es war Liebe auf den ersten Blick.
Die zwei sind ein Dreamteam!
Beim Tierarztcheck ist dann festgestellt worden, dass der kleine Mann einen ziemlich schweren Herzfehler hat, welcher leider die letzten Jahre nicht behandelt worden ist. Zudem sind die Nieren schon geschädigt, weswegen er jetzt Spezialfutter benötigt. Zähne wurden bei ihm in seinem ersten zu Hause noch saniert, so dass er schon einige Lücken im Kiefer hat. Die noch vorhandenen Zähne, müssten auch eigentlich gezogen werden, aber eine Narkose wäre bei dem Herzbefund einfach zu riskant.

So wurde erst mal entschieden nur das Schlimmste zu behandeln, also Herz und Niere. Dann hatte der kleine Mann auch noch Pech, er ist im Wald irgendwo hängengeblieben und hat sich an der rechten Vorderpfote die Zehe gebrochen. Auch hier wäre eigentlich eine OP nötig gewesen um den Bruch zu richten, aber auch hier war das Risiko der Narkose zu hoch. Er schlägt sich aber tapfer mit seinem dicken Verband. Die Zeit wird es richten, dass er auch ohne Op wieder damit laufen kann.
Trotz seines eigentlichen schlechten Allgemeinzustandes liebt er es mit seinem Rudel Gassi zu gehen.

An guten Tagen flitzt er noch wie ein junger Hund durch den Wald. Bei längeren Spaziergängen, ist ein Hundebuggy für ihn vorhanden.

Bei Dutch haben wir uns entschieden, dass er sein zu Hause nicht mehr wechseln muss und darf nun in der Pflegefamilie in Ruhe seine verbleibende Zeit genießen.

Wir würden uns sehr über die Übernahme einer Patenschaft freuen, denn durch seinen schlechten Allgemeinzustand sind auch hier die Tierarztkosten sehr hoch.
Gerne dürfen die Paten ihn in seiner Pflegestelle in Köln kennenlernen.

 






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