Liebe Paten von Fritzchen,

fast auf den Tag genau vor zwei Jahren und drei Monaten haben meine Familie und ich das kleine Fritzchen in Pflege übernehmen dürfen.
Es war am 26. Juli 2013 – sechs Tage nach seinem 15. Geburtstag.
Eine kleine verängstigte Seele die sich schon fast aufgegeben hatte.
Wir dachten, dass der kleine Bube uns wahrscheinlich nicht lange begleiten durfte und wollten ihm die letzten Wochen oder Monate so viel an Fürsorge und Liebe geben, wie er sie wahrscheinlich schon lange nicht mehr erfahren durfte.

Fritzchen aber wollte leben.
Zwar war er vorsichtig allen gegenüber und betrachtete alles mit Argwohn, aber er entwickelte sich bzw. erholte sich erstaunlich gut.
Natürlich gab es immer wieder Höhen und Tiefen. Aber das Bübchen war ein Kämpfer !!
Es war eine solche Freude mit anzusehen, wie sehr Fritzchen aufblühte und am Leben wieder teilnahm. Ganze 1 1/2 Jahre hatte es gedauert, bis er sich ohne Angst anfassen ließ.
Und plötzlich war die Angst weg und Fritzchen entwickelte sich sogar zum Schmuser.
Konnte nicht genug gestreichelt werden.
Trotz seiner Beschwerden die sein hohes Alter mit sich brachten, war er wirklich mit Freude dabei und die notwendigen Tierarztbesuche reduzierten sich enorm.

Aber in den letzten zwei / drei Wochen fing er dann leider an abzubauen.
Das Bübchen wurde zunehmend dementer, orientierungsloser als er schon war und wurde sehr schnell schwacher. Er fing an sich im Kreis zu drehen und ohne Unterbrechung zu wandern. Stunde um Stunde. Tag und Nacht.
Immer öfter kam es vor, dass er uns nicht erkannte und seine Wege vom Garten in die Wohnung,
oder in der Wohnung zum Körbchen, nicht mehr gefunden hat.
Wir hatten Hoffnung, dass es nur ein Phase war, aber insgeheim befürchtet, dass wir mit dem Schlimmsten rechnen mussten.

Dann kam der Tag, als er auch nicht mehr fressen wollte.
Das war am 15. Oktober.

Am Morgen des 16. Oktober habe ich dem Bübchen angesehen, dass sein Weg bei uns enden würde.
Obwohl er ( wenn auch wenig ) wieder etwas fressen wollte und ich dachte: Oh, vielleicht hast du dir doch „nur“ was eingefangen.

Ich bin mit Fritzchen zum Tierarzt gefahren und dort ist mir der kleine Mann zweimal zusammengeklappt, weil er einfach zu schwach war und nicht mehr konnte.
Die Tierärztin bestätigte meine Erkenntnis, dass mein kleines Bübchen sein Leben gelebt hat und er in Ruhe gehen dürfen sollte.
Ich habe somit die Entscheidung treffen müssen, die ich nie wollte in der Hoffnung, Fritzchen würde sie mir abnehmen.
Am 16. Oktober habe ich meinen kleinen großen Kämpfer schweren Herzens in meinen Armen auf seine letzte Reise gehen lassen.
Ich habe ihm immer versprochen, dass ich ihn nie leiden lassen würde und er in Frieden und Würde gehen darf…………

Liebe Paten,

ich hoffe, Sie sind mir nicht böse, dass ich Ihnen erst jetzt schreibe, aber ich leide wirklich sehr unter Fritzchens Tod.
Er fehlt überall, auch oder gerade deswegen, weil er ja eine besondere intensive Pflege benötigte und die positive Entwicklung seines Charakters man nun gar nicht mehr genießen kann.
Es ist erschreckend wie sehr es sich im Alltag bemerkbar macht…….

Im Namen von Fritzchen, meiner Familie und von mir, möchte ich von Herzen DANKE sagen, für Ihre Unterstützung und die lieben Zeilen zwischendurch.

Unendlich traurige Grüße sendet Ihnen

Pflegefrauchen von Fritzchen
Anja Gradlowski & Familie

 


 


 

 

 

 


 

 

 








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